A&B GROUP Glossar


Focus Group

Unter Gruppendiskussionen bzw. Fokusgruppen, einem verbreiteten Instrument der Marktforschung, versteht man eine moderierte Diskussion mit bis zu 12 Teilnehmern mit einer relativ konkret definierten Zielsetzung qualitativer Natur. Ziel ist die Erhebung von kollektiven Einstellungen, Meinungen und Urteilen. Die Diskussion wird durch einen Moderator begleitet, dessen Aufgabe es ist, die Diskussion auf die eigentliche Fragestellung zu begrenzen, das Gespräch so zu lenken, dass möglichst alle Teilnehmer ihre Meinung äußern und die Gruppendynamik zu fördern und zu steuern. Die Gruppendiskussion bietet auf Grund des Schneeballeffekts - die Teilnehmer nutzen die vorherigen Aussagen als Grundlage für ihre eigenen Äußerungen - Einblick in den Meinungsbildungsprozess und nutzt das Kreativpotenzial der Befragten. Durch Gruppendiskussionen können Einblicke in das psychologische Wirkgefüge gewonnen werden, indem Produktkonzepte und Werbemaßnahmen von den Verbrauchern wahrgenommen und bewertet werden.

Diese qualitative Methode hat gegenüber anderen Marktforschungsmethoden eine Reihe von Vorteilen: Die Gruppen lassen sich relativ schnell durchführen, der Aufwand ist relativ gering, auch "unfertige" Produkte und Vorlagen, z.B. Zeichnungen oder Storyboards lassen sich gut testen, die Gruppendynamik fördert den Output, und die Kosten sind überschaubar. Zudem lassen sich aus Gruppendiskussionen nicht nur Fakten im Sinne von "dieses Produkt gefällt oder gefällt nicht" ableiten, sondern auch die dahinterliegenden Motive. Darüber hinaus gewinnen Kreative auch Gestaltungshinweise für die Weiterentwicklung eines Produktes oder einer Kampagne aus Gruppendiskussionen.
Allerdings gelten für Gruppendiskussionen auch einige Nachteile und Einschränkungen: Aufgrund des qualitativen Ansatze und der kleinen Fallzahl können die Ergebnisse nicht repräsentativ im statistischen Sinne sein, Meinungsführer können die Gespräche dominieren, was zu einem "schiefen" Gesamtbild führen kann. Wenn viele Runden durchgeführt werden müssen, ist der Kostenvorteil nicht mehr gegeben.

Gruppendiskussionen werden für verschiedenste Untersuchungsthemen angewendet. Sie eignen sich vor allem für Fragestellungen, bei denen ein kreativer, gruppendynamischer Prozess gefragt ist, der entsteht, wenn mehrere Leute miteinander Ideen und Meinungen austauschen. Dies ist z.B. der Fall bei der Entwicklung einer neuen Werbekampagne, dem Image eines Markenartikels oder der Akzeptanz eines neuen Produktes. Sehr häufig ist ihr Einsatz bei Werbepretests, Konzeptüberprüfungen und als qualitative Vorstufe großer quantitativer Studien.
Wenn viele Runden durchgeführt werden müssen, ist der Kostenvorteil nicht mehr gegeben.

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